Sonja Lippuner – «Morgen arbeite ich gross»

31. August bis So 28. September 2025

Einführung: Deborah Keller, Chefredakteurin Kunstbulletin

Die 1987 geborene und im Thurgau aufgewachsene Künstlerin lebt und arbeitet seit 2009 in Basel-Stadt. Sie hat u.a. an der HGK Basel Kunst studiert und an verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen. Sonja Lippuner bewegt sich in ihren Arbeiten zwischen Malerei, Objekt und Installation und arbeitet mit unterschiedlichen Materialien, unter anderem mit industriellen Maschenstoffen. Die Ausstellung im Kunstverein Frauenfeld beschäftigt sich mit dem Sehen, Versehen, Denken und Handeln unter stets neuen Gesichtspunkten. Dabei setzt sich die Künstlerin intensiv mit den räumlichen Strukturen im Kunstverein auseinander. Der Arbeitsprozess soll im Ausstellungsraum sichtbar werden. Ist das Werk nur die fertige Arbeit oder auch der Prozess? Sonja Lippuner hat 2022 einen Förderbeitrag des Kantons Thurgau und 2024 ein Recherchestipendium der Kulturstiftung Thurgau erhalten.


Velimir Ilišević – «Aus der Zeit geschält»

9. November bis So 7. Dezember 2025

Einführung: Dr. Matthias Fischer, Kunsthistoriker

Ende der 1980er Jahre emigrierte Velimir Ilišević (*1965 in Sisak, Jugoslawien) in die Schweiz, wo er zuerst die Schule für Gestaltung in Zürich besuchte, alsbald jedoch autodidaktisch weiterstudierte. Der Künstler bewegt sich an der Schnittstelle von Abstraktion zu Gegenständlichkeit. Figuren und Gegenstände scheinen aus der Farbe aufzutauchen und lösen sich schnell wieder auf; sie sind flüchtige Erinnerungsmomente, entrückt und in Bewegung.
Die Ausstellung vereint verschiedene Zeitabschnitte im Werk des Künstlers. Es wird deutlich sichtbar, wie sich die Themen verwandeln, aber weiterhin und «autonom» im Gespräch bleiben. Die Werke von Velimir Ilišević finden sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen


Valentin Magaro & Werner Angst – «an der Kette»

 8. Februar bis So 8. März 2026

Einführung: Lucia Angela Cavegn, Kunsthistorikerin | Bericht auf thurgukultur.ch

Das gemeinsame Motiv in der Doppelausstellung von Valentin Magaro & Werner Angst findet sich im Frauenfelder Wappen der Frau mit dem Löwen einerseits und einem Schiff namens «Frauenfeld» andererseits. Ist der Löwe an der Kette oder ist es die Frau? Was macht ein Schiff im Binnenland? Es geht um Geschichten und Neuinterpreatationen. Einzelne Arbeiten sind denn auch speziell für den Ausstellungsort konzipiert worden. Valentin Magaro befasst sich mit existenteillen und weltanschaulichen Fragen der Menschen. Nicht selten sind seine komplex komponierten Bilder mit erotischen Motiven durchsetzt, die in seinen Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken dramaturgisch expressiv zum Ausdruck kommen. Werner Angst nähert sich den Themen auf eine andere Art und Weise. Seine technisch filigran gerfertigten Objekte erzählen Geschichten aus dem alltäglichen Leben - Kunst in Bewegung, bewegte Kunst.


Christoph Rütimann – «Handlauf Zucker»

29. März bis So 26. April 2026

Einführung: Dr. phil. Gerhard Mack, Kulturjournalist / NZZ

Christoph Rütimann, 1955 in Zürich geboren, im bündnerischen Schiers aufgewachsen. Sein Schaffen zeichnet sich durch eine Vielzahl künstlerischer Strategien aus und reicht von Performances über Klang-, Text-, Foto- und Videoarbeiten bis zu klassischen Ausdrucksmitteln wie Zeichnung, Malerei und Skulptur. Für Frauenfeld hat er den «Handlauf Zucker», eine rastlose Kamerafahrt auf dem Fabrikgelände der Zuckerfabrik Frauenfeld realisiert. Um dieses zentrale Element, einer Videoinstallation, kommen weitere Arbeiten in den Räumen des Kunstvereins hinzu. – Bei aller Verschiedenartigkeit der verwendeten Medien lassen sich in seinem Œuvre Konstanten ausmachen: der performative Ansatz, Linien als zwei- oder dreidimensionale Grenzziehungen, die Farbe und ihre Qualitäten, das Spiel mit dem Zufall oder mit der Gravitation. Seit 1981 regelmässige Ausstellungen und Performances im In- und Ausland. 1993 vertrat er die Schweiz an der 45. Biennale di Venezia.