Carole Isler

8. September bis 6. Oktober 2024

Einführung: Noura Simoni-Abla, Kuratorin und Kunstvermittlerin, Zürich und Kairo

Carole Isler (*1990), aufgewachsen in Frauenfeld, zeigt ihre im Rahmen des durch die Stadt Frauenfeld vergebenen und von der Städtekonferenz Kultur (SKK) in Kairo zur Verfügung gestellten Ateliers geschaffenen Bilder in einer Einzelausstellung. Zu ihrer Arbeit gehören das Porträtieren, Illustrieren in Aquarell, aber auch das Abbilden von Alltagssituationen und Gefühlen. Ihre Technik entwickelte sich von Acryl immer mehr zu Ölfarben. Unter dem Einfluss der Sonne Ägyptens werden ihre Bilder wärmer, erdiger im Kontrast zu satten Blautönen. Nah bei den Menschen, nah beim Leben sind Carole Islers in Kairo angefertigte Kunstwerke vorwiegend grossformatige Ölmalereien. Sie arbeitet gerne figurativ mit abstrakten Komponenten, die den Betrachtenden Interpretationsspielraum gewähren.


Mark Buchmann und Jacques Schedler - «Neuerfindung der Malerei»

3. November bis 1. Dezember 2024

Einführung: Markus Landert, ehemaliger Direktor des Kunstmuseums Thurgau

Die Ausstellung zeigt zwei bedeutende Künstler, die ab der Mitte des letzten Jahrhunderts aktiv waren und manche Gemeinsamkeiten aufweisen: Herkunft, Lehrtätigkeiten, lebenslanges Ringen mit der bildlichen Darstellung der äusseren und inneren Wirklichkeit. Und nicht zuletzt verstanden sich beide als Funktionäre im Dienst der Kunst.

Mark Buchmann (1922-2007) wurde in Bürglen TG geboren. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, das er mit einer Dissertation über die Farben bei Vincent van Gogh abschloss, erwarb er das Zeichenlehrerdiplom und unterrichtete bis 1964 als Hauptlehrer am Seminar Küsnacht. Darauf wirkte er bis 1973 als Direktor der Kunstgewerbeschule Zürich und des Kunstgewerbemuseums. Ab 1974 widmete er sich ganz der Malerei, wobei er eine Technik mit Bienenwachsfarben auf Papier zum Kern seines Schaffens machte. 

Jacques Schedler (1927-1989) wurde ebenfalls in Bürglen TG geboren. Gegen den Widerstand der Eltern besuchte er bereits während seiner Lehrzeit als Flachmaler die Kunstgewerbeschule in St. Gallen. Nach Studienaufenthalten in Paris, und beeinflusst durch Persönlichkeiten wie Fernand Léger und Georges Braque, arbeitete er in Zürich als Dekorateur eines Warenhauses. Bald machte er sich selbständig und zog nach Warth TG, von wo aus er vielfältig tätig wurde: Zeichenlehrer, Illustrator, Karikaturist. Seine Werke wurden in vielen Ausstellungen gezeigt und finden sich auch im öffentlichen Raum: Wandbild «Stadtwächter» am Rathaus Frauenfeld, Glasfenster in Kirchen der Region. Mit zunehmendem Alter widmete er sich vermehrt der Malerei.


Dara Maillard & Loris Mauerhofer – «(Un)Being»

9. Februar bis 9. März 2025

Einführung: Jörg Scheller, Professor für Kunstgeschichte an der ZHdK

(Un)Being ist eine Duo-Ausstellung der jungen Kunstschaffenden Loris Mauerhofer und Dara Maillard. Die Ausstellung konzentriert sich auf Skulptur und Malerei und erforscht die vielfältigen Verbindungen zwischen Körper, Identität und Raum. Der Titel (Un)Being spiegelt das Gefühl wider, sowohl mit sich selbst verbunden zu sein als auch über sich hinauszuwachsen.

Loris Mauerhofer, geboren 2002 in St. Gallen und aufgewachsen in Stettfurt TG, arbeitet hauptsächlich skulptural. Er verwendet verschiedene Materialien wie Metall, Wachs und Gips sowie Fundstücke, um Themen wie Familie, zwischenmenschliche Beziehungen und die zyklische Natur des Lebens zu behandeln.
Als junger Künstler hat Loris bereits an vielen Ausstellungen in der Schweiz teilgenommen. Seine Arbeiten wurden in der Daniele Agostini Galerie in Lugano und im Kunsthaus Glarus gezeigt, des Weiteren war er der jüngste Künstler beim IMPROS Festival in Zürich.
«Mich interessiert, was die Menschen trotz sozialer, politischer und geschlechtsspezifischer Unterschiede verbindet, wie Geburt, Tod, Schmerz und Liebe.»

Dara Maillard, geboren 2002 in Sofia (Bulgarien) und aufgewachsen in Genf, konzentriert sich auf figurative Malerei und Skulptur. Sie greift auf Archetypen wie die Muse, die Göttin, die Mutter, die Verführerin und die Hexe zurück, um die weibliche Macht in ihrer langen Geschichte der Unterdrückung zu zeigen und gleichzeitig zurückzuerobern. Wie stellt man den weiblichen Körper heute dar? Das ist die Kernfrage ihrer Arbeit. Seit 2022 hat Dara an zahlreichen Ausstellungen in der ganzen Schweiz teilgenommen. Letztes Jahr war sie die jüngste Künstlerin der 9. Bad Ragartz Skulpturen-Triennale, wo sie ihre erste grossformatige Metallskulptur im Freien präsentierte, ein Mahnmal für die Opfer der europäischen Hexenverfolgung.
«Durch die Verwendung von Techniken, die von klassischen und modernen Ansätzen inspiriert sind, wird die die historische weibliche Figur mit neuer Bedeutung versehen.»


Cristina Witzig – «EIN LANGSAMER TAG»

6. April bis 4. Mai 2025

Einführung und Saaltext: János Stefan Buchwardt, Publizist

Cristina Witzig, geboren 1971 in Santarém, Portugal, lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Frauenfeld.

Ein langsamer Tag – Was geschieht mit der Zeit, wenn man beginnt, sie als ein Gewebe zu begreifen – als vibrierendes Netz aus Verbindungen, Berührungen, Spuren? Was bedeutet es, an einem Ort zu verweilen? Ist es das Festhalten, das Loslassen? Das Ankommen oder Sich-Einlassen auf das Ungewisse? Dinge tragen ihr eigenes Gedächtnis in sich, ihre Sprache lässt sich erahnen.

Um dia lento – Denn Bilder wollen sich weniger lesen als vielmehr erspüren lassen, Tage nicht enden, sondern kreisen, zurückkehren und sich verwandeln. Die gemächliche Zeitspanne darf eine des eingehenden Hinsehens und tastenden Begreifens werden. Erlebtes und Erträumtes verschränken sich zum flüchtigen Gleichgewicht zwischen dem, was war, und dem, was noch sein wird.