Ausstellungen 2008/09


Das andere Gesicht. Zeichnungen, Bilder und Objekte aus dem Offenen Atelier der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen

21. September bis 19. Oktober 2008

Diese Gruppenausstellung mit Werken von ausgeprägten Individuen erhielt ihren Zusammenhang durch die Motivgleichheit: Das Bildnis von sich selber und vom Anderen. Als Mittel der Selbstbefragung und der Begegnung weist es auf das Bekannte und Unbekannte, auf Begrenzung und Möglichkeit. Über den therapeutischen Ansatz hinaus beeindruckten die Werke durch ihre Originalität, ihren starken Ausdruck und durch ihre Sensibilität.

Der ehemalige Chefarzt der Psychiatrischen Dienste des Kantons Thurgau, Karl Studer, sprach an der Vernissage über Geschichte und Bedeutung des Offenen Ateliers. Dessen Betreuer Thomas Meng erzählte von seiner Arbeit mit den Patienten.


Willi Oertig. Blick in die Welt

16. November bis 14. Dezember 2008

Er male sein Leben, sagt dieser Künstler von sich selbst. Er malt aber auch unsere industrialisierte Welt, indem er gerade die Objekte, die wir als hāsslich empfinden, liebevoll mit feinem Farbauftrag abbildet. So waren in der Ausstellung im Bernerhaus Bilder von Durchgangsstrassen, grell beleuchteten Tankstellen in der Nacht, Metrostationen, Schiffen zu sehen. Auch sein Atelier hat er gemalt: Einen kleinūchternen Zweckbau im schneebedeckten Garten, im kaltem Gegenlicht. Doch durch die zugezogenen Vorhänge des Fensters schimmert warmes Licht. Ein Bild wie ein Selbstporträt.


Villareno William De Toffol. ...ein Neubeginn, eine erste Bewegung...

1. März bis 29. März 2009

Bevorzugte Motive dieses Künstlers sind Menschen und Tiere, lebendige Wesen in stầndiger Bewegung. De Toffol hält mit spontanem Strich fest, was eigentlich nicht dingfest zu machen ist. Es verwundert daher nicht, dass sein Skizzieren und Malen fragmentarisch bleibt, dass die Linien suchend und einkreisend sind und dass zum gleichen Motiv fast immer Serien entstehen. Die Ausstellung im Bernerhaus zeigte einen Meister im raschen Erfassen eines Moments, der bereits wieder Aufbruch zu Neuem ist. Anstelle einer Vernissagerede wurde ein Gedicht von Rilke gelesen.


Liz Gehrer. Lebendiger Karton

10. Mai bis 7. Juni 2009

Sowohl in den Bildern als auch bei den Objekten der in St. Gallen wirkenden Künstlerin steht der Mensch im Mittelpunkt. Die verwendeten Materialien, vor allem Karton und Zeitungsausschnitte, sind Wegwerfprodukte, schon vor dem Gestalten abgenutzt und verändert. Veränderungen passieren auch beim Gestalten durch die Mischtechniken und durch die Umgebung der Objekte. Der Prozess ist nie abgeschlossen, ist nicht berechenbar - und gerade dadurch eine Analogie des menschlichen Lebens.

Otmar Dossenbach sprach an der Vernissage über seinen Eindruck von den ausgestellten Werken.


Natale Sapone. Vom Frühwerk zur Reife

21. Juni bis 26. Juli 2009

Diese Ausstellung gestaltete der Verein «Werk Natale Sapone» als aufschlussreiche Gesamtschau. In den vier Räumen des Bernerhauses wurden die Entwicklungsschritte des Künstlers deutlich gemacht. Der ursprünglich aus Sizilien stammende Maler, der den grössten Teil seines Lebens in Frauenfeld gelebt und gewirkt hat, gehört zu den bedeutenden Vertretern der konstruktiven Richtung in der Schweiz.